Kalfaktoren im Klapperfeld

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Kalfaktor ist eine Bezeichnung für Hilfskräfte oder Bedienstete, die sogenannte ›einfache‹ Arbeiten verrichten. Die weiblichen Kalfaktoren im Klapperfeld waren insbesondere für die Küchenarbeit zuständig.
Elsie Kühn-Leitz beschreibt die besondere Lage dieser Frauen wie folgt:

»Es waren meist sehr hübsche Mädchen, die aus dem Frauengefängnis von Höchst kamen, also richtig zu Gefängnis verurteilte Frauen, fast alle, weil sie Umgang mit ausländischen Arbeitern oder Kriegsgefangenen gehabt hatten, was als schweres Verbrechen im Dritten Reich galt. Der Polizeihauptmann des Gefängnisses suchte sich diese Mädchen im Frauengefängnis speziell auf ihr besonders gutes Aussehen aus, sie bekamen Einheitstracht, graue Kleider und weiße Schürzen und zum Teil Häubchen, lebten in einem Teil gesondert, hatten allerlei Vergünstigungen, besonders hinsichtlich der Ernährung, machten auch bei dem Polizeihauptmann sauber und hatten sozusagen innerhalb des Gefängnisses Bewegungsfreiheit. Sie waren die adretten, netten und belebenden Elemente des Gefängnisses, verrichteten aber auch Spitzeldienste für die Beamten.«

Weitere Quellen zu der Situation der Kalfaktoren sind bisher leider noch nicht bekannt.

Quelle: Kühn-Leitz, Elsie: Mut zur Menschlichkeit. Vom Wirken einer Frau in ihrer Zeit. Dokumente, Briefe und Berichte. Herausgegeben von Klaus Otto Nass. Bonn 1994.

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