Kasm Cesmedi | Die Residenzpflicht – Innerdeutsche Grenzen im europäischen Kontext

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Flyer »Residenzpflicht – Invisible Borders«

»Die Residenzpflicht – Innerdeutsche Grenzen im europäischen Kontext« Der Vortrag von Kasm Cesmedi gewährt zunächst einen Einstieg in das Thema der Residenzpflicht aus persönlicher Perspektive. Als Rom aus dem ehemaligen Jugoslawien und langjährig geduldeter Flüchtling war er von 1992 bis 2007 akut von Abschiebung bedroht. Wegen der Residenzpflicht konnte er sich nach dem Abitur nicht an seiner Wunsch-Universität bewerben. Das Besuchen der Familie war stets mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden – sontane Besuche scheiterte nicht zu letzt an den Kosten, die für eine Genehmigung anfielen.

In seiner langjährigen Arbeit mit und für Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien sind ihm zahlreiche Beispiel bekannt, durch die viele geduldete Roma wegen des Verstoßes gegen ihre Auflage der Residenzpflicht von den Behörden kriminalisiert wurden. Darüber hinaus bietet er Einblick in das Leben eines geduldeten Flüchtlings – mit all seinen Schikanen, der permanenten Ungewissheit und der Angst vor der Abschiebung.  Am Beispiel der Aktion 302 in Münster Westfalen und der Selbstorganisation von Roma-Jugendlichen im Rahmen der nationalen Roma-Jugendvernetzung, wird er Bezug auf langjährig in Deutschland lebende Roma nehmen, die akut von der Abschiebung in das Kosovo betroffen sind und ihre Versuche, sich bei Politik und Gesellschaft Gehör zu verschaffen und Mitspracherecht in ihren Belangen einzufordern, thematisieren.

Kasm Cesmedi studiert Politik & Wirtschaft, Geschichte und Islamische Studien an der Goethe-Uni, arbeitet als muttersprachliche Lehrkraft im Projekt »Berufliche Bildung, schulische Qualifikation und Erwerbstätigkeit« für Roma-Jugendliche und in der Roma-Erwachsenenbildung des Förderverein Roma e.V. (www.foerdervereinroma.de), ist aktiv in der nationalen und internationalen Roma-Jugendvernetzung und hat die Aktion 302 (gegen die Abschiebung von 302 Münsteraner Roma; www.aktion302.de) mitgestaltet.

Dieser Vortrag war Teil des Begleitprogramms der Wanderausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders« die vom 5. bis zum 24. Februar im Klapperfeld zu sehen war. Weitere Infos zur Ausstellung und dem Begleitprogramm im Klapperfeld finden sich hier: www.klapperfeld.de/invisibleborders/

Website der Ausstellung: www.invisibleborders.de

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