Zustände im Klapperfeld

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Das Polizeigefängnis Klapperfeld galt sowohl denjenigen, die es nicht von innen gesehen hatten, als auch jenen, die es aus dieser Perspektive kennen lernen mussten, als besonders unangenehmer Haftort.

Im Vergleich mit dem Untersuchungsgefängnis Hammelsgasse beschreiben ehemalige Häftlinge die Situation im Polizeigefängnis Klapperfeld mehrfach als weitaus unangenehmer. Begründet wird dies damit, dass es im Untersuchungsgefängnis in der Hammelsgasse sauberer war, die Verpflegung offenbar besser war und man sich sogar Bücher aus der hauseigenen Bibliothek ausleihen konnte.

Im Klapperfeld war das anders. Insbesondere für die Jahre 1942 bis 1945 weisen diverse Quellen auf besonders dramatische Zustände hin. Das Gefängnis war offenbar ständig überfüllt, was unter anderem auch darauf zurückzuführen ist, dass Häftlinge aus anderen Städten für einige Zeit dort untergebracht wurden, ehe sie weiter transportiert wurden.

Ein Gefängnisarzt beschreibt die Situation in einem Bericht vom Januar 1944 als so dramatisch, dass er selbst die kurzzeitige Begehung als eine Zumutung empfindet und schließlich droht, seiner Beschäftigung dort nicht mehr nachzugehen, wenn keine Änderung eintritt.

Die Zellen waren hoffnungslos überfüllt, aus den Kübeln, die es anstelle von Toiletten gab, zog ein unerträglicher Gestank durch das ganze Haus, das Ungeziefer tummelte sich und viele der Häftlinge trugen nichts als Lumpen.

Schreiben an den leitenden Poilizeiarzt in Frankfurt am Main vom 22. Januar 1944 – Seite 1Schreiben an den leitenden Poilizeiarzt in Frankfurt am Main vom 22. Januar 1944 – Seite 2Schreiben an den leitenden Poilizeiarzt in Frankfurt am Main: Am 22. Januar 1944 droht der im Klapperfeld diensthabende Arzt mit der Niederlegung seines Dienstes, sollte sich an den anhaltend miserablen hygienischen Zuständen nichts ändern. (Quelle: Hessisches Hauptstaatsarchiv)

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