Die erweiterte Dauerausstellung zur Geschichte des Klapperfelds

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Schon vor dem Einzug der Initiative »Faites votre jeu!« in das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld stand für die Initiative fest, dass die über 100-jährige Repressionsgeschichte des Gebäudes im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Wirklichkeit und kapitalistischer Entwicklung kritisch thematisiert werden muss.

So eröffnete die Initiative »Faites votre jeu!« bereits im August 2009 den ersten Teil ihrer Dauerausstellung zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld. Dieser erste Teil der Ausstellung setzte seinen Schwerpunkt auf die nationalsozialistische Vergangenheit des Gefängnisses und dessen Nutzung durch die Frankfurter Polizei und Gestapo zwischen 1933 und 1945. Im Zuge einer andauernden geschichtspolitischen Auseinandersetzung durch »Faites votre jeu!« sollte die Ausstellung kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Als Ergebnis eines ersten erfolgreichen Jahres im Klapperfeld eröffnete dann auch im September 2010 die neu ausgearbeitete erweiterte Dauerausstellung zur Gefängnishistorie. Die Darstellung des historischen Kontexts der Errichtung des ehemaligen Polizeigefängnisses Ende des 19. Jahrhunderts und die der Veränderung des gesellschaftlichen Umgangs mit dem Prinzip der Haft in dieser Zeit wurden der Ausstellung hinzugefügt. In einem weiteren neuen Teil der Ausstellung wird die Geschichte des Klapperfelds in der Weimarer Republik behandelt. Der Kern der Ausstellung ist auch weiterhin die Rolle des Polizeigefängnisses während des Nationalsozialismus'. Im Klapperfeld wurden in dieser Zeit zahlreiche Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes inhaftiert, gefoltert und manche sogar ermordet. Viele Inhaftierte wurden von dort in verschiedene Konzentrationslager oder in andere Gefängnisse verschleppt. Im Zuge der Darstellung dieses wohl grausamsten Teils der Vergangenheit des Klapperfelds wird sowohl auf einzelne Biografien von Gefangenen, als auch auf deren »Gefängnis-Alltag« eingegangen.

Einen weiteren neu hinzugekommenen Aspekt der Dauerausstellung stellt die Nutzung des Klapperfelds durch die US-Army während der Entnazifizierung in Frankfurt dar.

Die erweiterte Dauerausstellung besteht aus 37 Tafeln, 38 zeitgenössischen Dokumenten und Fotos und zwei videografischen Interviews mit den Zeitzeug_innen Ria und Wolfgang Breckheimer sowie Hans Schwert. Die Texte aller Tafeln, die Interviews und ein Großteil der zeitgenössischen Dokumente können auf dieser Website abgerufen werden.

Darüber hinaus informieren in der Ausstellung 76 Kurzbiografien über die Lebenswege einzelner Inhaftierter und ihre Verfolgung im Nationalsozialismus. In einer Namensliste sind außerdem 482 weitere Gefangene aufgeführt, die zwischen 1933 und 1945 im Klapperfeld inhaftiert waren und zu denen bisher keine weiteren Informationen vorliegen. Die Biografien und die Namensliste können in Ordnern in der Ausstellung im Klapperfeld eingesehen werden. Online stehen diese Daten bisher noch nicht zur Verfügung.

Des Weiteren stellt ein Zeitstrahl im Erdgeschoss des Gebäudes auf fragmentarische Weise die Gefängnishistorie von der Entstehung und dem Bau des Klapperfelds bis zur Nutzung durch die Initiative »Faites votre jeu!« als selbstverwaltetes Zentrum dar. An gleicher Stelle thematisieren wir unter dem Titel »Erzählungen und nicht Erzählbares« außerdem den besonderen Blickwinkel der Initiative »Faites votre jeu!« auf die Vergangenheit des Klapperfelds vor dem Hintergrund unserer gegenwärtigen Nutzung des Gebäudes.

Die Dauerausstellung befindet sich im Keller und im Erdgeschoss des ehemaligen Gefängnisses und kann während allen öffentlichen Veranstaltungen im ehemaligen Polizeigefängnis besucht werden. Außerdem ist sie jeden Samstag von 15 bis 18 Uhr geöffnet – kurzfristige Änderungen sind auf der Website zu finden. Weitere Termine für einen Besuch – insbesondere mit Gruppen oder Schulkassen – können gerne telefonisch 0163 9401683 oder per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. mit dem »Arbeitskreis Geschichte« vereinbart werden.

Sprache

Deutsch (DE-CH-AT)English (United Kingdom)

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