Trotz alledem!

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Ein Porträt des Widerstandes im Rhein-Main-Gebiet
Linoldrucke aus der Werkstatt uah! von Thilo Weckmüller

Ausstellung | Kundgebung | Termine | Öffnungszeiten | Material

Flyer Titelseite

Während der gesamten Zeit der Herrschaft des deutschen Faschismus haben Menschen Widerstand geleistet. Die meisten taten dies organisiert, andere aus einer individuellen Situation heraus. Auch als fast ganz Europa Ende der 1930er und Anfang der 40er dem deutschen Faschismus zu Füßen lag, als über Jahre nicht die geringste Aussicht bestand, das Regime zu Fall zu bringen – zumindest nicht in einem überschaubaren Zeitraum – trafen diese Menschen ihre jeweilige Entscheidung, unter Einsatz ihres Lebens für die Befreiung zu kämpfen, sich der Übermacht entgegenzustellen.

Selbstverständlich war es diese Entschiedenheit, diese menschliche Größe, die Jede und Jeden von ihnen auf individuelle Weise zu ganz außergewöhnlichen Zeit­genoss_innen machte. Dazu gehört die Zuversicht und das historische Bewußtsein, das Richtige zu tun.

Neben den ausdrucksstarken ­farbigen Porträts gibt eine biografische Skizze einen Blick auf den Lebensweg z.B. der Frankfurter Sozialdemokratin Johanna Kirchner, die vielen Verfolgten zur Flucht ins Ausland verhalf und in Plötzensee hingerichtet wurde, der Kämpferin in der französischen Résistance, Ettie Gingold und der Frankfurter Arbeiterin Lore Wolf, die in Deutschland und in Frankreich Widerstand leistete und fünf Jahre im Zuchthaus verbrachte. Das Porträt von Lore Wolf wird gemeinsam mit dem ihrer Freundin, der damals weltbekannten ­antifaschistischen Mainzer Schriftstellerin Anna Seghers zu sehen sein. Den 1940 in Paris zur ­Résistance desertierte Marinesoldaten Hans Heisel wird man ebenso kennen­lernen können wie die Geschichte des Frankfurter ­Gymnasiasten Hans Heinz Holz, der mit Freunden antifaschistische Flugblätter schrieb und heimlich nachts in die Briefkästen verteilte.

Das Projekt »Trotz alledem!« stellt nun 25 Biografien von Menschen, zumeist aus Frankfurt, in einer Ausstellung im Klapperfeld vor. 2008 wurden die ersten 24 Porträts von Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern im Mainzer Rathaus gezeigt. Weitere Ausstellungen im Rhein-Main-Gebiet folgten. Die beachtliche Resonanz und insbesondere das große Interesse von Jugendlichen an der Ausstellung und den begleitenden Veranstaltungen ver­anlasste die Ausstellungsmacher Thilo Weckmüller (Linoldrucke) und Mathias Meyers (Texte) ihre Arbeit fortzusetzen. So sind bisher 70 Porträts im Linoldruck mit verlorener Form in der Sammlung vertreten.

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Kundgebung und Enthüllung des Wandbildes

Am 23. Oktober 2014 – dem Tag an dem Andrea Wolf von 16 Jahren von türkischen Militärs mit anderen Kämpfer_innen in Kurdistan ermordet wurde – enthüllt das Solikomitee Frankfurt am Klapperfeld ein Wandbild »Für eine Gesellschaft ohne Knäste«. Dazu rufen wir um 17.30 Uhr zu einer Kundgebung vor das Klapperfeld, um anschließend die Ausstellung »Trotz alledem – Widerstand im Rhein-Maingebiet 1933 – 1945« im Klapperfeld zu eröffnen. Diese Ausstellung mit von Thilo Weckmüller gefertigten Porträts von Antifaschist_innen wird bis zum 16. November gezeigt. Parallel dazu wird im Ausstellungstrakt auch eine Zelle mit Plakaten und Tafeln zu Leben, Kampf und Ermordung von Andrea Wolf zu sehen sein.

Im Zeitraum Oktober und November werden verschiedene Veranstaltungen die Ausstellung und das Wandbild thematisch begleiten: z.B. zu Fragen des antifaschistischen Kampfes, internationalistischer Teilnahme an Befreiungskämpfen, zum Kampf und Ermordung von Andrea in den kurdischen Bergen, zu Aus­sage­verweigerung u.a.m.

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Termine

Do., 23.10.2014, 17.30 Uhr
Kundgebung und Enthüllung des Wandbildes
»Für eine Gesellschaft ohne Knäste – Keine Zusammen­arbeit mit Justiz und Polizei«

im Anschluss, ca. 18.30 Uhr
Ausstellungseröffnung:
»Trotz alledem! Ein Porträt des Widerstandes im Rhein-Main-Gebiet«

mit Lena Sarah Carlebach und den Ausstellungsmachern ­Thilo Weck­müller (Linodrucke) und ­Mathias Meyers (Texte)

Do., 30.10.2014, 19.30 Uhr
Film und Lesung
»Zeit für Zeugen –  Eine Hommage an Ettie und Peter Gingold«

Der Dokumentarfilm (34 Min.) erinnert an den Lebensweg von Ettie und Peter Gingold, die gemeinsam in der französischen Widerstandsbewegung, der Résistance, gegen den deutschen Faschismus kämpften und später in Frankfurt zu den bekanntesten Zeitzeug_innen des ­Widerstandes gehörten. So lange sie lebten, traten sie dafür ein, dass Faschismus und Krieg gemeinsam bekämpft werden müssen. Nach dem Film lesen Silvia Gingold, Tochter der beiden Protagonisten, und Mathias Meyers aus der Autobiografie, die Peter Gingold in seinen letzten beiden Lebensjahren verfasste.

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Öffnungszeiten

23.10. bis 16.11.2014
Di.: 17–20 Uhr | Sa. & So.: 15–18 Uhr
 

Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Während der Öffnungszeiten kann auch die Dauer­ausstellung zur Geschichte des Klapperfelds besucht werden.

Gruppen oder Schulklassen, die die Ausstellungen außerhalb der ­Öffnungszeiten besuchen ­möchten, können gerne einen Termin ­verein­baren. Ruft einfach an (0157 83644064) oder schreibt uns eine E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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Material

folgt demnächst...

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