Dokumentation »Prinzip nenavisti« (Prinzip Hass) und anschließende Diskusssion über Nazistrukturen und -gewalt in Russland und die dortige Antifa-Arbeit mit »What we feel«

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Hier der Link zur Dokumentation »Prinzip nenavisti« (Prinzip Hass; 26min, Russisch mit deutschen Untertiteln):

Im Ausschluss an den Film diskutierte ein Vertreter von »What we feel« mit dem Publikum über Nazistrukturen und -gewalt in Russland und die dortige Antifa-Arbeit. Hier der Audiomitschnitt (in englischer Sprache):


download mp3 (Dauer: 0:31:52; 21,3Mb)

Flyer zur Veranstaltung

20100524_Flyer_What_we_feel

Text auf der Rückseite des Flyers:

10. Oktober 2008: Fjedor Filatov, Mitbegründer der »Moskauer Trojan Skin Bewegung« wird vor seinem Haus in Moskau von einer Gruppe Nazis aufgelauert und erstochen. 19. Januar 2009: Der libertäre Aktivist und Anwalt Stanislav Markelov und die Antifaschistin und Journalistin Anastasia Baburova werden nach einer Pressekonferenz in Moskau von Nazis auf offener Straße erschossen. 16. November 2009: Der 26-jährige Antifaschist Iwan Chutorskoi wird in seinem Hauseingang erschossen…

Während Nazis in Russland Menschen auf offener Straße ermorden, kriminalisiert der russische Staat aktive Antifaschist_innen durch ein so genanntes »Extremismus-Gesetz«. Auch die antifaschistische Hardcore-Band »What we feel« ist davon betroffen und seit ihrer Gründung vor fünf Jahren hat sich die Situation für die Band zunehmend verschlechtert.

Da »What we feel« mit zu den bekanntesten Bands gehört, die sich in Russland gegen Faschismus und Unterdrückung stark gemacht haben, gelten sie nun als eine Band, die »Extremisten« unterstützt. Dies hat für sie und ihre Unterstützer_innen weitreichende Konsequenzen. Auf fast allen Konzerten sahen sich die Konzertveranstalter, die Konzertbesucher und sie selbst massiver Repression durch die Staatsgewalt ausgesetzt: Angefangen vom Erscheinen der Polizei, weil anonym vor einer Bombe am Veranstaltungsort gewarnt wurde, verbunden mit der Evakuierung der gesamten Umgebung und Absage der Veranstaltung, über direkte Drohungen der Polizei gegen die Veranstaltenden bis hin zu erkennungsdienstlichen Maßnahmen gegen Besucher_innen, die in der neuen »Extremist_innen«-Datenbank landeten. Einige Clubs wurden geschlossen. Einige Leute, die Konzerte organisierten oder besuchten, bekamen massive Probleme mit der Polizei und dem Geheimdienst. Darüber hinaus wurde die Band ständig von Nazis bedroht und mussten immer auf der Hut vor ihnen sein. Die russische Hardcoreszene hatte es trotzdem und auch Dank »What we feel« geschafft, sich gegen den Naziterror zur Wehr zu setzen und immer selbstbewusster Veranstaltungen durchzuführen, ohne sich einschüchtern zu lassen. Doch durch die aktuelle Repression des Staates sehen »What we feel« absolut keine Möglichkeit, weiter aktiv zu bleiben. Deshalb wird sich die Band nach dieser Tour leider auflösen.

Mit dieser letzten Tour möchte sich die Band bei ihren Unterstützer_innen und Fans bedanken. Die gesamten Einnahmen werden antifaschistischen Strukturen in Russland zugutekommen. Weitere Infos zum Konzert und der Infoveranstaltung im »Klapperfeld« findet ihr auf: www.faitesvotrejeu.tk

 Flyer als pdf

Weiteres Material zum Thema

Ein ausführlicher Artikel zur Situation russischer Antifaschist_innen ist in der April-Ausgabe der AStA-Zeitung der Uni-Frankfurt erschienen. Den Artikel findet ihr hier: Kein Licht am Ende des Tunnels: Naziterror und antifaschistische Arbeit in Russland

Auf de.indymedia.org ist ein ausführliches Interview vom 22. Mai 2010 mit »What we feel« zu ihrer Abschlusstournee und der Situation linker und antifaschistischer Bewegungen in Russland zu finden: http://de.indymedia.org/2010/05/281980.shtml

Sprache

Deutsch (DE-CH-AT)English (United Kingdom)

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