Pressespiegel

Besetzer wollen nicht in den Knast

Artikel vom:
03.02.2009
Quelle:
Frankfurter Rundschau (FR)
Autor:
Georg Leppert
Kategorie:
Zeitung

»Faites votre jeu« bezeichnet die Bedingungen für das Klapperfeld als inakzeptabel

Die einstige Sicherheitsverwahrung nahe der Konstablerwache harrt einer Nutzung. (Bild: dpa)
Die einstige Sicherheitsverwahrung nahe der Konstablerwache harrt einer Nutzung. (Bild: dpa)

Im Streit um das besetzte Haus an der Varrentrappstraße scheint eine schnelle Lösung nicht mehr wahrscheinlich. Die Initiative »Faites votre jeu« lehnt die Bedingungen ab, zu denen sie ins ehemalige Gefängnis an der Klapperfeldstraße umziehen soll. Im Bildungsdezernat sorgen die jungen Leute damit für Unverständnis. »Unsere Geduld geht langsam zu Ende«, sagte Michael Damian, Referent von Stadträtin Jutta Ebeling (Grüne).

Die Initiative, die das ehemalige Jugendzentrum in Bockenheim seit einem halben Jahr besetzt hält und als freies Kunst- und Kulturzentrum nutzt, hatte mit der Stadt vereinbart, dass sie bis Ende der Woche bekannt gibt, ob sie das Angebot von Jutta Ebeling annimmt und ins Klapperfeld zieht. Doch bereits am Montag meldete sich »Faites votre jeu« per Pressemitteilung. »Die derzeitigen Konditionen sind nicht akzeptabel«, sagte Matthias Schneider, Sprecher der Initiative.

Die Künstler stört vor allem, dass der Mietvertrag für das frühere Gefängnis nur über zwei Jahre laufen würde. In den Umbau des seit sieben Jahren nicht mehr genutzten Hauses müssten sie viel Zeit und Geld stecken, sagte Schneider. So seien etwa die kleinen Gefängniszellen als Ateliers ungeeignet. Zudem sähe es die Initiative für den Fall des Umzugs als ihre Aufgabe an, die Geschichte des Gefängnisses aufzuarbeiten und umfassend darzustellen. Das alles lohne sich aber nicht, wenn sie nach zwei Jahren wieder ausziehen müsse.

Initiative will mehr vom Knast

Zugleich monieren die Künstler, dass ihnen die Stadt nur das Erdgeschoss des Klapperfeldes angeboten hat. Um Ateliers, Ausstellungsräume, das Fotolabor oder das Medienzimmer unterzubringen, bräuchte »Faites votre jeu« auch die oberen Geschosse.

Ungewohnt scharf reagierte das Bildungsdezernat auf die Forderungen der Hausbesetzer. Referent Damian zeigte sich verwundert darüber, dass die Initiative ihre Kritik in einer Pressemitteilung vorträgt. »Wir wollen nicht über die Medien mit der Gruppe kommunizieren«, sagte Damian.

Gleichzeitig machte der Referent deutlich: Das Angebot der Stadt (»bundesweit einmalig«) ist in keinem Punkt verhandelbar. Das gelte auch für die Dauer des Mietvertrages. Festgeschrieben sei, dass »Faites votre jeu« über die zwei Jahre hinaus bleiben kann, wenn die Stadt das Gebäude nicht ans Land verkauft. In Wiesbaden gibt es Pläne, das Klapperfeld in ein Justizzentrum zu integrieren.

Die Initiative müsse der Stadt bis Freitag sagen, ob sie ins Klapperfeld zieht, erklärte Damian: »Nimmt sie das Angebot nicht an, sind die Gespräche beendet.«

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