Pressespiegel

Hausbesetzer müssen endlich raus

Artikel vom:
27.01.2009
Quelle:
Frankfurter Neue Presse (FNP)
Autor:
Matthias Bittner
Kategorie:
Zeitung


Nach dem Umbau des ehemaligen JUZ soll die Schulverwaltung einziehen. Foto: Archiv

Bockenheim. Die Stimmung ist angespannt im Tauziehen um die künftige Nutzung des ehemaligen JUZ Bockenheim. Und deshalb sprach Esra Rojda Urun von der Schülervertretung der Frankfurter Schule für Mode und Bekleidung gestern deutliche Worte. Sie machte den Besetzern des ehemaligen JUZ Bockenheim in der Varrentrappstraße 38, bei denen es sich zum Großteil um Studierende handelt, schwere Vorwürfe. «Die Schüler hier haben noch nicht mal eine Grundbasis und sind gerade dabei, sich etwas aufzubauen. Ihr habt einen Schulabschluss. Ich finde das mies, dass ihr euch gegen die Schüler stellt.»

Gemäßigter drückte sich da Theresa Beuscher aus. Sie fühle sich etwas hilflos, erklärte sie. Einerseits finde sie es zwar interessant, was die Mitglieder der Initiative «Faites votre jeux» im ehemaligen JUZ Bockenheim machten. Andererseits engagiere sie sich in der Schülervertretung und habe deshalb vor allem das Wohl der Schule im Blick. Und so appellierte sie an das Gewissen der Hausbesetzer: Nur bei einem Umzug der Verwaltung in die Varrentrappstraße könnten sieben neue Klassenräume entstehen. Diese seien dringend erforderlich, weil die Schule aus allen Nähten platze. Die beengte Raumsituation beeinträchtige aber die Qualität des Unterrichts enorm, sei Auslöser für Stress, Krankheiten, Unzufriedenheit bei Schülern wie Lehrern und Unterrichtsausfall.

Einen Tag vor dem ersten Gespräch zwischen Vertretern der Stadt und den Hausbesetzern heute im Römer hatte die Schulgemeinschaft zur Pressekonferenz geladen, um ihre Sicht darzustellen. Schulleiter Malte Lütjens betonte, dass er auf eine friedliche Lösung hoffe. Er wies aber darauf hin, dass er im Interesse der Schule nicht gewillt sei, sich ausspielen zu lassen. Seine Forderung: Die Hausbesetzer sollen das von der Stadt angebotene Ausweichquartier akzeptieren, die Stadt soll die Räumung durchsetzen und die Position der Schule deutlich machen.

Wie berichtet, vermittelt heute Micha Brumlik, der an der Goethe-Universität Erziehungswissenschaften unterrichtet, zwischen den beiden Parteien. Die Stadt setzt große Hoffnungen auf Brumlik, weil einige der Hausbesetzer seine Studenten sind und sie Vertrauen zu ihm haben. Im Bemühen um eine friedliche Lösung hatte die Stadt den Hausbesetzern schon einmal ein Ausweichquartier angeboten. Dieses lehnte die Initiative aber ab, weil es für Kulturveranstaltungen zu abseits sei. Heute unterbreitet die Stadt der Initiative eine weitere Alternative, das Gebäude liegt zentral in der Innenstadt. Ursprünglich hätten die Hausbesetzer das Gebäude in der Varrentrappstraße schon am 15. Januar räumen sollen.

Schulleiter Lütjens befürchtet nun, dass ihnen die Zeit davon läuft, obwohl der Umzug der Verwaltung schon seit 2002 diskutiert und Ende 2008 zugesichert worden sei. Die Situation jedenfalls sei so keinem länger zumutbar – unterrichtet werde teilweise auf dem Flur, einige Klassen hätten mangels Platz sogar nur vier Tage Unterricht. «Wir haben auch keine festen Klassenzimmer und müssen ständig alles mit uns rumschleppen», beklagte Esra Rojda Urun.

Nach Angaben von Birgit Strifler vom Personalrat sei die Verwaltung in der Varrentrappstraße zwar auch nicht optimal untergebracht, weil Dependancen immer problematisch seien. Im Gegensatz zu «Faites votre jeux», die ihre Kulturveranstaltungen überall in der Stadt anbieten könne, habe die Schule mit Sitz in der Hamburger Allee allerdings keine Alternative zur Varrentrappstraße. «Wir können in der Pause nun mal nicht schnell 30 Minuten quer durch die Stadt ins Sekretariat laufen», betonte auch Esra Rojda Urun.

Dass sie sich gegen Schüler stellten, wollten einige Hausbesetzer, die zur Pressekonferenz erschienen waren, nicht auf sich sitzen lassen. Es sei sogar geplant, künftig auch Hausaufgabenbetreuung anzubieten. Außerdem sei es nicht korrekt, dass nur Studierende der Initiative angehörten. Auch Schüler ohne Abschluss seien dabei.bit

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