Pressespiegel

Besetzer_innen jetzt im Knast

Artikel vom:
01.06.2009
Quelle:
flur_funk
Kategorie:
Zeitung

Die Initiative »Faites votre jeu!« ist umgezigen.

flur_funk (ein Projekt der Fachschaften 03 und 04, Uni Frankfurt), Jahrgang 01, Ausgabe 04, Juni 2009

Im August 2008 besetzte die Initiative ›Faites votre jeu!‹ als Reaktion auf die immer weiter voranschreitende repressive Umgestaltung des städtischen Lebens ein seit sieben Jahren leerstehendes, ehemaliges Jugendzentrum in Bockenheim. Nachdem bereits im Januar mit polizeilicher Räumung gedroht wurde, musste die Initiative das Gebäude im April 2009 schließlich verlassen. Die Arbeit der Initiative und deren breite Unterstützung führte aber dazu, dass die Stadt nach langen Verhandlungen das ehemalige Gefängnis ›Klapperfeld‹ als Ersatzobjekt anbot.

Damit hat die Initiative zwar neue Räume in der Innenstadt, allerdings bringt das neue Domizil auch jede Menge Schwierigkeiten mit sich. Es muss unheimlich viel getan werden, um die über 100 Jahre alten Gefängniszellen für die geplanten Projekte nutzbar zu machen. Schließlich soll das vielfältige Programm im Juni wieder starten.

Allerdings stellt die Raumsituation nur einen Teil des Problems dar. Die Entscheidung in das ehemalige Gefängnis zu gehen, war aus verschiedenen Gründen keine leichte. Neben der Tatsache, dass man dem Gebäude seine düstere Vergangenheit anmerkt, war für die Initiative von Anfang an klar, dass sie einen angemessenen Umgang mit der Geschichte finden möchte. Schon allein die Frage, was ein angemessener Umgang ist, ist schwer zu beantworten. Wie geht man mit einem Gebäude um, dass seit 1886 Ort staatlicher Verfolgung und Repression war? Dazu eine Sprecherin der Initiative: »Für uns wurde ziemlich schnell klar, dass die Aufarbeitung der Geschichte des Gefängnisses eine notwendige Bedingung für uns ist, das Gebäude zu nutzen. Es hat sich daher auch schnell ein Arbeitskreis gegründet, der bereits erste Interviews mit Zeitzeugen geführt hat und derzeit an einer Ausstellung arbeitet. Gerade im Nationalsozialismus wurden hier auch viele Widerständige inhaftiert. Der mittlerweile über 100jährige Zeitzeuge Hans Schwert schilderte uns in einen Interview, wie er im Klapperfeld von Gestapobeamten gefoltert wurde.«

Zur historischen Auseinandersetzung ist eine erste Ausstellung für Juni geplant. Damit soll diese Arbeit allerdings nicht aufhören, so sind darüber hinaus Veranstaltungen sowie eine große Dauerausstellung in Planung. Nähere Informationen auch zum weiteren Programm gibt es unter: faitesvotrejeu.tk

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