Pressemitteilung – Ausstellung »Umkämpfte Vergangenheit. Die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus« und Fotoausstellung »Carabanchel: Ein franquistisches Gefängnis« vom 18. September bis zum 6. Oktober im Klapperfeld

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Im Juli diesen Jahres jährte sich der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs zum 75. Mal. Aus diesem Anlass eröffnet die Initiative »Faites votre jeu!« am Sonntag, 18. September 2011 um 14 Uhr zwei Gastausstellungen die sich mit der Erinnerung an den spanischen Bürgerkrieg und dem Franquismus beschäftigen.

Als Ergebnis einer zweiwöchigen Reise ins spanische und französische Baskenland sowie Katalonien hat die AG Geschichtspolitik des Vereins Grenzenlos e.V. (www.verein-grenzenlos.net) die Ausstellung »Umkämpfte Vergangenheit. Die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus« entwickelt. Auf insgesamt 17 Tafeln wird neben der Geschichte des Bürgerkriegs im Allgemeinen kurz die Geschichte einzelner Regionen (Baskenland, Katalonien und Südfrankreich) im Bürgerkrieg und danach vorgestellt und auf spezifische Erinnerungsorte und -projekte eingegangen. Der Fokus liegt auf der Darstellung unterschiedlicher erinnerungspolitischer Zugänge, die je nach politischem Kräftegewicht und regionaler Geschichte variieren. Mit der Ausstellung wird neben dem Bürgerkrieg vor allem die umkämpfte Erinnerung im spanischen Staat thematisiert, deren unterschiedliche Akteur_innen beleuchtet werden.

Die Fotoausstellung »Carabanchel: Ein franquistisches Gefängnis« zeigt die Fotografien die Arantxa Ramos von einem Gefängnis gemacht hat, dessen Bau Generalísimo Franco kurz nach Ende des Krieges im Madrider Stadtteil Carabanchel angeordnet hatte. Als Zwangsarbeiter mussten die Gefangenen ihr Gefängnis, das für 2000 politische Häftlinge ausgelegt war, selbst bauen. Im Juni 1944 wurde es fertiggestellt. Während der fast vierzig Jahre dauernden Diktatur wurde das Männergefängnis zum Symbol der Repression, die all diejenigen traf, die für die Republik oder die soziale Revolution gekämpft hatten. Viele zum Tode Verurteilte verbrachten dort ihre letzten Stunden. Die Haftbedingungen waren miserabel – zur Folter und den Misshandlungen durch die Wärter kamen Epidemien, die sich aufgrund der schlechten hygienischen Zustände rasch ausbreiteten. In den letzten Jahren des franquistischen Regimes und während des Übergangs zur bürgerlichen Demokratie war Carabanchel Ort zahlreicher Häftlingsaufstände. Beschlossen auf offenen Versammlungen, forderten die Gefangenen unter anderem Amnestie, eine Reform des Strafrechts und die Entlassung faschistischer Gefängnisfunktionäre.

Auch nach Ende des Faschismus wurde das Gefängnis weiter genutzt. Erst nachdem der Direktor öffentlich eingestanden hatte, dass die Zustände in Carabanchel untragbar seien, wurde das Gefängnis am 11. September 1998 geschlossen – 54 Jahre nach seiner Eröffnung. Trotz der Proteste ehemaliger Häftlinge und verschiedener Organisationen, die im ehemaligen Gefängnis ein »Zentrum der Erinnerung« einrichten wollten, wurde Carabanchel 2008 abgerissen. Kurz zuvor ist Arantxa Ramos noch einmal in das Gefängnis gelangt und hat die Reste einer Periode fotografiert, die dem Vergessen preisgegeben wird. Ihre von Hand entwickelten Fotografien tragen keine Erklärungen, sondern stehen für sich, geben Raum für die »Erinnerung« an die Repression unter dem franquistischen Regime. Nachdem die Ausstellung zuvor in Paris zu sehen war, ist sie jetzt im Klapperfeld zu Gast. Die Fotografin wird bei der Eröffnung anwesend sein.

Maja Koster von »Faites votre jeu!« erklärte: »Der Übergang zur bürgerlichen Demokratie in Spanien wurde mit der Straffreiheit der franquistischen Täterinnen und Täter und einem staatlich gepflegten Vergessen erkauft. Dieses Schweigen hatte zwar von Anfang an Risse, aber es dauerte bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts, bis sich die Unzufriedenheit steigerte, mehr und mehr Menschen nach dem Schicksal ihrer Verwandten fragten und überall im Land erinnerungspolitische Gruppen entstanden, die Massengräber exhumieren und den Kampf gegen das Vergessen antreten. Wir hoffen mit den beiden Ausstellungen einen kleinen Beitrag zu diesem Kampf zu leisten.«

Die beiden Ausstellungen können vom 18. September bis zum 6. Oktober 2011 zu den folgenden Öffnungszeiten besucht werden:

Dienstag, Donnerstag: 17 – 20 Uhr
Mittwoch: 10 –13 Uhr
Samstag, Sonntag: 15 – 18 Uhr

Während der Öffnungszeiten kann auch die erweiterte Dauerausstellung zur Geschichte des Klapperfelds besucht werden. Gruppen oder Schulklassen, die die Ausstellungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten besuchen möchten, können gerne einen Termin vereinbaren (0163 9401683 oder info[ät]klapperfeld.de). Das Begleitprogramm und weitere Infos zu beiden Ausstellungen findet Sie hier: www.klapperfeld.de/spanienausstellung

Anhang:
 Flyer zur Ausstellung 

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Sprache

Deutsch (DE-CH-AT)English (United Kingdom)

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