Pressemitteilung ­– Erfolgreiche Eröffnung der Ausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders« / Begleitprogramm hat begonnen

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Am Samstag, dem 5. Februar 2010 eröffneten »Faites votre jeu!« und die Gruppe »No Border Ffm« im Klapperfeld in Frankfurt am Main die Wanderausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders«. Die Ausstellung widmet sich auf anschauliche Weise der restriktiven deutschen Asylpolitik. Vor allem die Auswirkungen der im Hinblick auf Bewegungsfreiheit und Menschenwürde höchst fragwürdigen Residenzpflicht werden hier nachvollziehbar. Die Ausstellung wird bis zum 24. Februar zu sehen sein.

Über 80 Besucher_innen verschafften sich in einer begehbaren Installation aus Infowänden, Architekturmodellen, Audio- und Video­features einen Eindruck vom beklemmenden Alltag von Flüchtlingen in Deutschland. Die Ausstellung beschreibt die abstrakten Techniken zur Überwachung von Raum und Bewegung, wie etwa der Beschränkung des Aufenthalts für Menschen im Asylverfahren oder mit Duldung auf den jeweiligen Landkreis oder das Bundesland – die sogenannte Residenzpflicht. Ausführlich kommen auch die Betroffenen selbst zu Wort. Sie berichten, was es bedeutet, der deutschen »Ausländerpolitik« ausgesetzt zu sein, aber auch wo im Alltag Widerstand geleistet werden kann und muss. Dieser doppelte Zugang ermöglicht es auch Menschen, die nicht selbst von der Residenzpflicht betroffen sind, deren Auswirkungen nachzuvollziehen und das Ausmaß der Ausgrenzung zu begreifen. Während der Öffnungs­zeiten der Wanderausstellung, die in den Ausstellungsräumen im ersten Stock zu sehen ist, ist auch der unverändert erhaltene zweite Stock erstmals geöffnet. Da dass Klapperfeld ab den 1980er Jahren bis zur Schließung 2003 auch zur Inhaftierung von Abschiebehäftlingen genutzt wurde, können sich die Besucher_innen dort ein Bild von den Bedingungen der Abschiebehaft machen.

Eine Besucherin sagte anlässlich der Eröffnung: »Die deutsche Asylpraxis dient in erster Linie dazu, die Asylsuchenden systematisch aus der Deutschen Mehrheitsgesellschaft auszuschließen. Die Ausstellung und die Zellen des auch als Abschiebeknast genutzten ehemaligen Gefängnisses machen auch für nicht Betroffene sichtbar, welchem System der Ausgrenzung und Stigmatisierung die Betroffenen ausgesetzt sind.«

Auch am zweiten Ausstellungstag war das Interesse groß. Mehr als 50 besuchten am Sonntagnachmittag die Wanderausstellung. Am Sonntagabend begann außerdem das Begleitprogramm zur Wanderausstellung, das sich kritisch mit dem Themenkomplex ›Asylpolitik‹ beschäftigt. Bei dieser ersten von insgesamt sechs Begleitveranstaltungen sprach Rex Osa, ein Aktivist von The Voice Refugee Forum, über die Repression gegen Flüchtlinge und Asylsuchende in der BRD und die Notwendigkeit von Widerstand bis zur Abschaffung von rassistischen Sondergesetzen wie der Residenzpflicht.

Die weiteren Begleitveranstaltungen finden an den folgenden Terminen statt (weitere Infos: www.klapperfeld.de/invisibleborders/):

Mittwoch, 9. Februar 2011,
19.30 Uhr // »Die Residenzpflicht – Innerdeutsche Grenzen im europäischen Kontext«
Vortrag von Kasm Cesmedi zu Residenzpflicht und zur Abschiebung von Roma aus Deutschland in die Staaten des ehemaligen Jugoslawien.

Mittwoch, 16. Februar 2011,
19.30 Uhr // »Asylsuchende auf der Weiterflucht in Europa – aktuelle Entwicklungen zur Dublin-II-Verordnung«
Vortrag und Diskussion von und mit Maria Bethke und Dominik Bender. Beide sind hauptberuflich mit der Beratung von Flüchtlingen befasst.

Samstag, 19. Februar 2011
20.00 Uhr // »Reise ohne Rückkehr – Endstation Frankfurter Flughafen«
Ein Film über den sudanesischen Flüchtling Aamir Ageeb, der 1999 an Bord einer Lufthansa Maschine abgeschoben werden sollte, sich wehrte,und dabei von BGS Beamten erstickt wurde. Der Regisseur Güclü Yaman wird bei der Vorführung anwesend sein. Infos zum Film auf: www.journeyofnoreturn.com

Mittwoch, 23. Februar 2011,
20.00 Uhr // »Residenzpflicht und Bleiberecht aus Perspektive eines Betroffenen« Hassan Khateeb
, aktiv bei Jugendliche ohne Grenzen (www.jogspace.net), berichtet über den Irrsinn deutscher Bleiberechtsregelungen. Er und seine Familie waren 17 Jahre lang geduldet und permanent von Abschiebung bedroht, erst im Oktober 2010 haben sie Aufenthaltsrecht bekommen.

Donnerstag, 24. Februar 2011,
20.00 Uhr // »Die europäische Grenzschutzagentur FRONTEX und die südlichen Außengrenzen der EU«
Vortrag von Sebastian Schaurer & Fabian Wagner. In Kooperation mit dem Forschungsprojekt »Staatsprojekt Europa« (www.staatsprojekt-europa.eu).

»Residenzpflicht – Invisible Borders« – 5. Februar – 24. Februar 2011
Öffnungszeiten:
Di & Do: 17 – 20 Uhr; Mi: 10 – 13 Uhr; Sa & So: 15 – 18 Uhr (Eintritt frei, Spenden erwünscht!)

Anhang:


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